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Reis(e)berichte und Fotos

 

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Die Ankunft

Zwei Tage ist es nun her, dass wir durch die Tuer vom Flughafen traten, gefolgt von einer Meute chinesischer Reporter, Lehrkraefte und Schaulustigen, und zum ersten Mal chinesische Luft atmeten. An jenem Abend wurden wir nur noch von Bussen in eines der besten Hotels der Stadt gebracht, wo sich die uebermuedete Gruppe nach 28 Stunden Reise ausruhen konnte. Der naechste Morgen und das Fruehstueck brachten bereits die ersten kulinarischen Eindruecke des "Reiches der Mitte" mit sich. Hier wurden neben Melonen, Kuchen und hart gekochten Eiern auch Tofu und Magenwaende andgeboten, wobei zum Teil nur durch Nachfragen das jeweilige Gericht identifiziert werden konnte. Es folgte eine erste Rundfahrt mit dem Bus, bei der wir die fuer uns neue Welt zum ersten Mal begutachten konnten, die mit dem Wort "anders" wohl treffend bezeichnet werden kann. Nach einem offiziellen Empfang, bei dem wir von einem Rudel Zeitungs- und Fernsehreportern gefilmt und interviewt wurden, bekamen wir in einem Restaurant die volle Bandbreite der chinesischen Kochkuenste presentiert. An einem runden Tisch mit einer sich drehenden Riesenplatte in der Mitte sitzend, wurden uns hier exotische Gerichte, wie z.B. Entenzungen, Leber und die beruehmt-beruechtigten 1000-jaehrigen Eier angeboten, die von einigen Tapferen probiert und nicht selten als lecker befunden wurden. Nach diesem kulinarischen Abenteuer erreichten wir die Schule, bei der uns zu unserem Erstaunen zur Begruessung in Uniform gekleidete SchuelerInnen mit deutschen und chinesischen Flaggen zuwedelten. Als sie uns sahen, gab es viel aufgeregtes Gekicher und Fingergezeige, dass auch in den naechsten Tagen die typische Reaktion war. In der Aula der Schule gabe es anschliessend eine zweistuendige Show mit vielen musikalischen, taenzerischen und akrobatischen Einlagen.

Ueber die Gastfamilien, die uns nach der Show mit nach Hause nahmen und bei der sowohl gespeist als auch geschlafen wurde, hatten wir am naechsten Tag viel zu erzaehlen. Waehrend einer ueber die nichtvorhandenen Englischekenntnisse seiner Gastfamilie jammerte, berichteten andere ueber ihre Eindruecke der Wohnung, der Familie und des Essens. In der Schule folgte Unterricht, bei dem chinesische gelehrt wurde, um so dem 3-Wort-Wortschatz zu entkommen, was eher weniger gelang. In der folgenden Englischstunde sangen wir mit der chinesischen Klasse den Titelsong der Olympischen Sommerspiele 2008 "You and Me", der auch von einigen Kleingruppen, bestehend aus SchuelerInnen beider Laender, mit musikalischer Untermalung vorgetragen wurde. Anschliessend kam unserer Delegation die Ehre zu teil, den amtierenden Buergermeister von Nanchang zu treffen und mit ihm zu speisen. Hierbei gab es neben den bereits bekannten Entenzungen auch Glasaale, Chillischoten und Maissaft. Wieder zurueck in der Schule wurde uns der egemalige Schulleiter vorgestellt, der uns kurzerhand einige seiner selbstgemalten Bilder schenkte und uns dann die Kunst der Calligrafie demonstrierte. In dem anschliessenden Unterricht stand Mark Twain's "Million Dollar Note" an und es wurde nach der Stunde, wie auch generell in den folgenden Tagen, nach Fotos, Unterschriften und Mailadressen gefragt, bevor es mit den Gastfamilien nach Hause ging, wo jeder wieder seine ganz eigenen Abenteuer erlebte. Insgesamt laesst sich bereits nach zwei Tagen sagen, dass dieser Austausch ein unvergessliches Ereignus fuer uns ist, der viele Erfahrungen, Eindruecke und Erinnerung mit sich bringt. Belibt abzuwarten, was in den naechsten 10 Tagen noch alles geschehen wird und ob jedem das chinesische Essen weiterhin bekommt.
Julian Renno

 

Von tausendjährigen Eiern und Entenköpfen

Eine ganz wunderbare Ehre wird dem Gast einer chinesischen Familie zuteil, wenn es denn ans Essen geht. Essen in China ist fuer europaeische Geschmaecker vielleicht etwas exotisch., denn vieles, was hier taeglich auf den Speisplan gehoert, das koennten wir nicht einmal bennen. So sind zum Beispiel Eier, die viele Wochen lang gelagert wurden, eine Spezialitaet mit dem Namen Tausenjaehrige Eier. Als kleinen Snack beim Essen goennt man sich gerne einmal eine Zunge, haeufig von Enten, mit allen moeglichen undefinierbaren Adern, in Streifen geschnittenen Tierdarm oder fritierte Gelenke.
Auf solcherlei Koestlichkeiten kann man natuerlich auch verzichten, man muss es sich ja nicht kaufen. Ein Problem gibt es nur am Kuechentisch in der Gastfamilie: Zum guten Benehmen in China gehoert es, dem Gast das “beste Stueck” zukommen zu lassen. Praktisch heisst das, dass dieser es zwar abelehnen koennte, dies aber unglaublich unhoeflich waere. Das Schlimmste, was man in China tun kann, ist den Gesichtsverlust eines anderen zu verursachen, und genau das wuerde man damit tun.
Als Ehrengast wurde mir bei unserem ersten abendlichen Essen sofort diese Ehre zuteil- und schon hatte ich einen Entenkopf auf dem Teller liegen. Ich versuchte noch, dies so freundlich wie moeglich abzulehnen, dankend und versichernd, dass das doch nicht noetig sei, doch da war es schon zu spaet. Was also tun, wenn da der Schnabel samt Zunge und Kehle(?) liegt? Alles durchzogen von Roehrchen das Ende eine nicht ernkennbare schwarze Fleischmasse. Der Gastfamilie zuliebe oeffnete ich gehorsam laechelnd meinen Mund, kaute und schluckte. Wie erleichtert war ich, als ich fertig war und die Familie mich zufrieden anlaechelte und fragte, ob es mir geschmeckt habe. Geantwortet habe ich nicht. Doch dieses erste Essen in China, wird immer in meinem Kopf bleiben, denn es war –im wahrsten Sinne des Wortes- mit Koepfchen.

Soenke Matschurek

Morgens um 6 in China ...

Morgens um sechs in China: In Deutschland hetzen die Leute zur Arbeit und versuchen hektisch den nächsten Bus zu bekommen - in China dagegen lässt man den Tag etwas „entspannter“ angehen. So wird sich morgens vor unserem Hotel – wir befinden uns übrigens in Jingdezhen- an einem See getroffen, um gemeinsam durch Tai Chi, Energie für den Tag zu sammeln. Tai Chi bedeutet, dass man versucht sich und seinen Körper im Einklang mit der Musik zu bewegen. Unvorstellbar sich in Deutschland auf dem Peiner Marktplatz zu treffen und dort anzufangen, Fußball zu spielen. Diese Leute gehören keiner Sportgruppe an, sondern finden willkürlich zueinander. Direkt daneben gibt es Leute, die sich schon frühmorgens mit Badminton vergnügen oder den Tag mit einer Runde Jogging beginnen.
Jingdezhen, das Mekka für Porzellan in China. Wir hatten eineinhalb Stunden Zeit, um in einer Straße, welche mit Porzellangeschäften gepflastert war, porzellanartige Thermoskannen, Teller, Stäbchen und auch Teesets zukaufen. Nicht nur die Sachen, die es zukaufen gab, sondern auch das Kaufen an sich war sehr interessant. Erst bekam man ein Angebot und wenn einem dies nicht passte, so gab man in einen Taschenrechner seinen eignenden Preis ein. Dann wurde entweder darüber gelacht, da es zu wenig sei, oder der Handel war abgeschlossen.

Philipp Sontag, Vanessa Sander, Artur Langlitz, Gesine Philipp, 20.03.2010

 

Plötzlich berühmt ...

Soehnke Matschurek - bei einem seiner zahlreichen Interviews

Waere es nicht ein Traum, wenn endlich mal alle Augen auf einen gerichtet waeren, wenn man im Mittelpunkt steht und man angehimmelt wird? Ist es nicht irgendwie ein Wunsch aus der Kindheit, einmal beruehmt zu sein?

Der Grossteil der Chinesen ist nicht besonders gross, hat schwarze oder braune Haare und braune Augen, also ist es auffaellig, wenn da auf einmal jemand grosses, blondes und blauaeugiges langgeht. Dies ist auch der Grund, warum wir schon von vornherein etwas Bsonderes sind, in dem Land in dem der Kommunismus alle gleich macht. Nicht nur sind wir Staatsgaeste, wir sind halt auch einfach ein bisschen anders. Schon beim Ausstieg aus dem Flieger wurde uns das deutlich, als eine grosse Menge Menschen mit Fotoaperaten auf uns einstuermten und wir am naechsten Tag in die Schule kamen: die Chinesen schienen alle ganz aufgeregt zu sein, beim Empfang kam man sich vor, wie ein richtiger Star, wie sie uns allen zujubelten und applaudierten. Nicht selten kam es vor, dass auf uns gezeigt wurde, gekichert und ein bisschen getuschelt, doch eigentlich machte uns das nichts aus, mir persoenlich zumindest nicht. Komische Zustaende waren es dann jedoch, als eine Gruppe von Chinesen vor der Toilette auf mich warteten, um ein Bild mit mir zu machen. Meine Haende waren vom Waschen noch ganz nass und schon sollte ich meine e-mailadresse irgendwo hinschreiben, noch einmal schnell hierhin laecheln und die Hand der anderen Person dort schuetteln. Nach Unterrichtsbesuchen in Englischklassen wollten natuerlich alle Maedchen mal ein Foto mit den Europaeern machen, sowas sieht man schliesslich nicht alle Tage. Ich glaube, so viele Maedchen, wie an diesem Tag, hatte ich lange nicht mehr im Arm… Doch letztendlich mussten ich und auch einige andere Jungs uns den Weg regelrecht freikaempfen, denn von irgendwoher kamen immer neue Stroeme von “Interessierten”. Selbst fuer mich, der ich gerne ein wenig oder ein wenig mehr Aufmerksamkeit mag, ueberstieg dies das ‘gesunde Mass’.

Auf unseren naechsten Ausfluegen, wie z.B. zum Tengwan Pavillon, wurden wir sozusagen auf Schritt und Tritt von Kamerateams und Reportern verfolgt, immer wieder sollten wir vor der Kamera unsere Meinung zu gerade Erlebtem abgeben. Haeufig passierte es mir, dass waehrend ich gerade vertieft bin in die Schoenheit eines der chinesischen Bauwerke oder die Arbeit eines Kuenstlers, muss ich im Augenwinkel immer einen Fotographen wahrnehmen, der Bilder von mir macht. Und meist, wenn wir uns eine Show angucken, sind wir die Attraktionen und nicht die Artisten. Ploetzlich erscheinen wir in den Nachrichten im Fernsehen und in der Zeitung, im Internet sind wir ja schon lange. Zum einen finde ich es ja schoen, wie interessiert die Chinesen hier an uns sind, zum anderen aber, werden wir nie normal behandelt, sondern immer mit besonderem Umgang bedacht. Das ist schade, denn so hat man selten die Gelegenheit, etwas in Ruhe und ungestoert zu betrachten oder zu geniessen und der Traum von Aufmerksamkeit und Anerkennung aehnelt eher einem Abtraum.

Enthusiasmus gegenüber der Haut Cuisine

Verzweiflung, Mut, Humor - allegorische Darstellung

Basketballspiel: China gegen Peine

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