Kooperationsverbund Begabungsförderung in Peine


Interesse wecken – Begabungen erkennen – Angebote schaffen

Seit dem Schuljahr 2010/2011 ist das Gymnasium am Silberkamp Mitglied im Begabungsförderungsverbund Peine I und hat mittlerweile ein motivierendes Forderkonzept für SchülerInnen anzubieten, mit dem sich unsere SchülerInnen die „denk-würdige“ Welt des Wissens zugänglich machen können. Es soll erreicht werden, dass eigenständiges Interesse und Handeln entwickelt wird. Oft sind sich die Jugendlichen in unserer heutigen schnelllebigen Zeit und durch ein Überangebot an Möglichkeiten nicht bewusst darüber, welche Interessen oder Fähigkeiten in ihnen stecken. Daher möchte das Gymnasium am Silberkamp ein Ort sein, der vielfältige Angebote schafft, um verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren. Dazu sollen besonders begabte und interessierte Schülerinnen und Schüler Anerkennung, sachlich-fachliche Förderung und individuelle Unterstützung erfahren. Dass gleichzeitig die Leistungsschwächeren nicht hintenangestellt werden, versteht sich von selbst, haben die Lehrkräfte doch immer die in unserem Leitbild verankerte Maxime „Fördern und Fordern“ im Blick. Dennoch soll sich an unserer Schule eben auch auf diejenigen SchülerInnen konzentriert werden, die sich durch überdurchschnittlich gute Leistungen, besonderes Interesse und Engagement im Unterricht hervortun oder aber häufiger Lust haben, direkt mit ihrem Fachlehrer über konkrete fachliche Phänomene zu diskutieren. Leistungsbereitschaft und der Ehrgeiz mehr über Dinge zu erfahren, stehen bei uns daher im Vordergrund.

Konkrete Maßnahmen

Neben der Teilnahme an außerschulischen Möglichkeiten, wie dem Europawettbewerb, dem Erlangen sprachlicher und geografischer Zertifikate, Besuchen von Universitäten und von Museen, ist es uns als Schule auch wichtig, regelmäßig über das Schuljahr verteilte Anreize zu schaffen. Dazu werden in Zusammenarbeit mit dem Koordinator des Ganztags, Herrn Speer, in unserem AG-Angebot regelmäßig spezielle Arbeitsgemeinschaften gebildet, die einen gewissen kognitiven, kreativen oder auch motorischen Anspruch haben und daher mit dem „WWW-Stempel“ („Wir wollen [es] wissen“) im AG-Heft gekennzeichnet sind.

Diese bereits sehr bewährte Maßnahme wurden in den letzten Schuljahren um unsere innerschulische Projektarbeit ergänzt. Eine enge Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachobleuten ermöglicht uns mittlerweile, ein inhaltlich breites Repertoire an Themen für viele Doppeljahrgänge anzubieten. Dazu wird an einem normalen Schultag über 6-8 Schulstunden an einem vorbereiteten Projekt (z. B. kreatives Schreiben, chemische Experimente, historische Zeitreisen) vertieft gearbeitet.

Vorgehen

Um zielgerichtet in Frage kommende SchülerInnen ansprechen zu können, nehme ich nach Absprache mit den Kollegen, die ein Projekt anbieten wollen, mit den entsprechenden Lehrern des Faches in den passenden Jahrgängen Kontakt auf, um einen Überblick über die in Frage kommenden Jugendlichen zu bekommen. Bei dieser Abfrage sollen jedoch nicht allein jene berücksichtigt werden, die durch ihre Noten hervorstechen, auch ein auf dieses Projekt zugeschnittenes Können kann zu einer Teilnahme qualifizieren. Bei Bedarf wird über einzelne SchülerInnen gemeinsam gesprochen.

Im Anschluss daran werden Sie als Eltern mittels einer offiziellen Einladung mit Eckdaten über Art und Umfang des Projekts informiert. Diese Einladung muss von Ihnen und Ihrem Kind rechtzeitig unterschrieben und abgegeben werden, so dass mit der konkreten inhaltlichen Planung begonnen werden kann.

Dokumentationsmöglichkeit

Bei einer erfolgreichen Teilnahme kann, wie auch bei den oben erwähnten Arbeitsgemeinschaften mit dem WWW-Stempel oder den außerschulischen Aktivitäten, ein Eintrag in unsere Begabungsbroschüre vorgenommen werden. Diese „Dokumentationsmappe“ soll den SchülerInnen neben einer Anerkennung und Wertschätzung ihres Engagements und ihres Könnens auch eine Tür auf ihrem Weg nach der Schule öffnen, wenn diese als zusätzliches Qualifizierungsdokument bei Bewerbungen vorgelegt werden kann. Da Arbeitgeber in der heutigen Zeit neben inhaltlichen Qualifikationen mehr und mehr auf die sogenannten „Softskills“ achten, kann neben den schulischen Aktivitäten auch außerschulisches Engagement festgehalten werden. Diese soziale Kompetenz, z. B. ablesbar in einer Mitarbeit in einem Sportverein oder der Begleitung von Jugendarbeit im Allgemeinen, kann mit einer offiziellen Unterschrift dokumentiert werden. Auch unsere Schule bietet mit entsprechenden AGs (Patenschüler und Förderunterricht) die Möglichkeit, gewissenhaften Teilnehmern einen entsprechenden Eintrag zu sichern.

Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne an mich.

Simone Gehrmann,

Koordinatorin der Begabungsförderung

„Plastik Plötzlich Politisch”

Am 23.05.19 fand in Hannover von der Friedrich-Ebert-Stiftung das Projekt „Plastik Plötzlich Politisch” statt, anwesend waren in Begleitung von Fr. Gehrmann interessierte SchülerInnen des 9. Jahrgangs, die sich z. T. im Rahmen der Begabungsförderung unserer Schule mit dem Thema näher beschäftigen wollten.

Umweltbelastung durch Plastik

 

Die TeilnehmerInnen konnten an verschiedenen Thementischen im „World-Café“ alles rund um das Thema Plastik erfahren sowie eigene Erfahrungen austauschen und diskutieren. Der WWF und Greenpeace konfrontierten die Besucher mit teils erschreckenden Zahlen und Bildern hinsichtlich der sich in den letzten 20 Jahren entwickelten ökologischen Zustände, aber auch die Politik und der Geschäftsführer der hannoverschen Abfallgesellschaft AHA lieferten Einblicke in die problematischen Interessenkonflikte bzw. ökonomischen Sachzwänge zum Thema Müll.

Unter anderem ging es dabei um Mikroplastik, da pro Jahr circa 3,5 Tonnen an die Umwelt abgegeben werden – so gelangen allein durch das Ausstauben der Fleece-Jacke synthetisch kleinste Partikel in den Umweltkreislauf. Die Anwesenden wurden aufgefordert, wieder vermehrt ihr eigenes Konsumverhalten bzw. ihren „eigenen“ Konsumverbrauch zu reflektieren, und wurden mit dem Hinweis entlassen, dass trotz fehlender gesamtpolitischer Strategien ein umweltbewusstes Verhalten weiterhin für alle gelten sollte. Als Beispiel lässt sich folgender Umstand heranziehen: Die komplizierte und aufwendige Entsorgung des Plastikmülls über unsere gelbe Tonne/den Gelben Sack führe mittlerweile bei großen Teilen der Bevölkerung zu der Annahme, dass eine sorgfältige Trennung einzelner Komponenten nicht notwendig sei. Aber im Gegenteil: Der Joghurtbecher sollte sowohl von seiner Papp-Banderole als auch komplett von seinem Alu-Deckel getrennt werden, so dass eine nachhaltige Sortierung möglich ist!

Insgesamt war es ein interessantes und lehrreiches Projekt zu einem sehr aktuellen Thema, das brandaktuell auch Eingang in das deutsche Wahlergebnis zur Europawahl gefunden hat und Hoffnung macht, dass das Umdenken auch endlich stärker in internationalen Verbindlichkeiten zum Ausdruck kommt.

Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier…

 

Die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 – helle Flammen als Vorausdeutung in eine dunkle Zukunft

Quelle: https://www.braunschweiger-zeitung.de/mitreden/antworten/article152086661/9-November-Als-in-der-Pogromnacht-das-Volk-versagte.html

In der Nacht, in der deutschlandweit die Synagogen und andere jüdische Gebäude brannten, konnte man erahnen, welche Zukunft der jüdischen Bevölkerung drohen sollte. Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde waren erneut außer Kraft gesetzt und neben einer Stigmatisierung der Volksgruppe wurde nun auch bewusst eine materielle und auch körperliche Schädigung in Kauf genommen bzw. intendiert.

Im Rahmen der Begabungsförderung begaben sich 45 Schüler 80 Jahre nach diesem Tag auf Spurensuche. Sie wollten mehr über die schicksalhafte Nacht in Peine erfahren und nutzten außerschulische Lernorte wie das Stadtarchiv, die Gedenkstätte und die Stolpersteine, um nachvollziehen zu können, wie konkret Vernichtung, Willkür und Angst um das eigene Leben in unserer Stadt Einzug gehalten hatten.

Sowohl unter geschichtlichen Aspekten als auch unter religiösen Gesichtspunkten wurde der Umgang mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen, der Erinnerungskultur und auch ein aktueller Bezug zu unserer heutigen gesinnungspolitischen Situation in Deutschland nachvollzogen. Beispielhaft kann hier die Aussage unseres Bürgermeisters anlässlich der jährlichen Gedenkfeier an der ehemaligen Synagoge an der Hans-Marburger-Straße genannt werden, die viele der Projektteilnehmer bewegt hat. Seamann formulierte treffend, er sei sich nicht sicher, ob ähnliche verabscheuungswürdige Ereignisse nicht wieder passieren könnten. Er betonte, es dürfe nicht erneut geschehen, die aktuellen politischen Entwicklungen lieferten aber Grund zur Besorgnis.

Dies sahen viele der Anwesenden ähnlich, wobei unsere Schüler gleichzeitig die Frage stellten, ob die praktizierte Art der Erinnerung an die „Reichskristallnacht“ zeitgemäß und ausreichend aufmerksamkeitserregend sei. Daher versucht sich z. B. eine Arbeitsgruppe daran, eine Modernisierung der Erinnerungskultur vorzuschlagen, so dass die jährliche Veranstaltung und auch die Gedenkstätte an sich eine stärkere Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnten. Zusammen mit den anderen Gruppen, die anschauliche Hintergründe zu menschlichen Schicksalen liefern können, sollen konkrete Vorschläge erarbeitet und die Relevanz des Themas betont werden. Die Ergebnisse der drei Arbeitsgruppen werden Ende Januar 2019 im Rahmen der Befreiung des KZs Auschwitz der Schulöffentlichkeit gezeigt.  

Ich bedanke mich bei den betreuenden Kollegen S. Freye, R. Bähr, D. Kretschmar und S. Altmüller für die produktive, reibungslose und engagierte Zusammenarbeit.

Simone Gehrmann,

Koordinatorin der Begabungsförderung

 
Berichte zum Thema

JUNIOR-Wettbewerb: eulenguide ist Landessieger

Mit einem absolut professionellen Auftritt beim JUNIOR-Landeswettbewerb in Hannover konnte das  Team eulenguide überzeugen und die 6-köpfige Jury für sich gewinnen. Für das Team geht es jetzt zum Bundeswettbewerb nach Berlin.
0 Kommentare

Besuch der Kinder-Uni in Hannover

Am Dienstag, den 27.11.2018 wurden 52 Schülerinnen und Schüler des 5. Jahrgangs zu Nachwuchsstudenten. Zusammen mit Frau Gehrmann, Frau Grüner, Frau Hopf und Herrn Gehrke besuchten sie die Leibniz Universität Hannover.
0 Kommentare
Gedenkstätte in der Hans-Marburger-Straße

Reichspogromnacht: Spurensuche in Peine

Am 9. November 1938 brannten in ganz Deutschland Synagogen – auch in Peine. 80 Jahre später machen sich Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Silberkamp auf die Suche nach Schicksalen in Peine.
0 Kommentare

Begabungsförderung: Exkursion nach Bremerhaven

48 Silberkämper machten sich am 9.8. im Rahmen der Begabungsförderung auf den Weg nach Bremerhaven und besuchten dort das deutsche Auswandererhaus bzw. das Klimahaus. Die Biologen und Geografen erforschten, warum ein Burger-Pattie 2200 Liter Wasserver verbraucht und die Historiker versetzten sich in die lange eines verzweifelten Deutschen, der in der Fremde sein Glück versuchte…
0 Kommentare